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Samstag, 30. Mai 2009

Versteckte PR der Bahn: Allein im Leserforum bei Spiegel.de ließ Bahn hunderte bezahlte Pro-Privatisierung-Beiträge verfassen

Berlinpolis: Agentur dementiert verdeckte PR-Aktion für die Bahn (Spiegel.de)

Das Dementi ist allerdings schwach. Denn es wird nur dementiert, dass Berlinpolis direkt Aufträge von der Deutschen Bahn erhalten habe. Es wird hingegen nichts dazu gesagt, dass Berlinpolis indirekt Aufträge der Deutschen Bahn erhalten hat.

Interessant am Artikel ist jedoch vor allem folgende Veranschaulichung dazu, wie massiv die Deutsche Bahn versteckte PR betrieben hat:

Nach Informationen des SPIEGEL hat die Bahn im Medien-Manipulationsskandal auch Internet-Foren regelrecht unterwandert - und damit versucht, die öffentliche Meinung für den Bahn-Börsengang und gegen den Lokführerstreik zu beeinflussen. Das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Rahmen der von Bahn-Chef Rüdiger Grube angeordneten Sonderprüfung festgestellt.

Demnach war auch das Forum von SPIEGEL ONLINE betroffen. Von insgesamt rund 2400 Beiträgen in drei Bahnforen waren etwa ein Viertel der Beiträge verdeckt im Auftrag der Bahn geschrieben gepostet worden. (Quelle: Spiegel.de)

Freitag, 29. Mai 2009

Wie neoliberaler Think-Tank Berlinpolis mit versteckter PR Stimmung für Bahnprivatisierung machte

(Via Rebellen ohne Markt) Alle reden vom Wetter: PR-Skandal bei der Bahn (Süddeutsche Zeitung)

Die Süddeutsche Zeitung beschreibt, wie der Berliner neoliberale Think-Tank "Berlinpolis" in den letzten Jahren verdeckte PR für die Privatisierung der Deutschen Bahn machte.

Zitat:

Dettling durfte seine Haltung zur Bahn schließlich auch in Gastbeiträgen publizieren, etwa in der Financial Times Deutschland oder in Capital. (Quelle: Sueddeutsche.de)

LobbyControl enthüllt: Deutsche Bahn betrieb verdeckte PR und führte Medien hinters Licht

LobbyControl enthüllt verdeckte PR-Aktivitäten der Deutschen Bahn (LobbyControl.de)

Die Bahn beauftragte beispielsweise auch indirekt über die Lobby-Agentur "European Public Policy Advisers GmbH" (EPPA) den neoliberalen Think-Tank namens "Berlinpolis", um die Medien nach der üblichen neoliberalen INSM-PR-Art mit vermeintlich "unabhängigen" Informationen zu versorgen.

Zitat:

Berlinpolis griff 2007 massiv in die Debatte um die Bahnprivatisierung ein – ebenso in den Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Insbesondere publizierte die Denkfabrik mehrere Meinungsumfragen zur Bahnprivatisierung und zum GDL-Streik, die zu bahnfreundlichen Ergebnissen führten und so in den Medien aufgegriffen wurden. [...]

Berlinpolis hat in der Vergangenheit immer Beziehungen zur Deutschen Bahn AG bestritten. (Quelle: LobbyControl.de)

Im Bescheißen der eigenen Angestellten, des Bundestages und der Medien ist die Deutsche Bahn also wirklich einmalige Spitze, das zeigen auch diese Enthüllungen von LobbyControl erneut.

Dass die Neoliberalalas gerne Bescheißen, ist natürlich auch keine wirkliche Neuigkeit.