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Mittwoch, 1. Juli 2009

Berichterstattung über Honduras: Welt.de will kein seriöses Medium mehr sein und erzählt Märchen

Das Märchen vom Staatsstreich in Honduras (Welt.de)

Es erstaunt mich immer wieder, wie Teile der deutschen Medien, allen voran der Springer-Verlag, ihre angeblich so geschätzte Kundschaft und Leserschaft nach Strich und Faden bescheißt und belügt, nur um politische Bewegungen am anderen Ende der Welt, in diesem Fall in Südamerika, in einem schlechten Licht darstellen zu können. Das erinnert an die Zeiten des kalten Krieges. Warum kann man in den deutschen Medien immer wieder beobachten, dass wegen eines Hugo Chávez jede journalistische Sorgfalt beiseite gelegt wird und dem Leser nachweislich und völlig offensichtlich Unwahrheiten aufgetischt werden? Und das noch nicht einmal unter dem Label "Kommentar" oder "Analyse", sondern mitten im Nachrichtenteil. Faszinierend. Entweder der Zeitung "Die Welt" ist ihr Ruf völlig schnurzpiepegal, oder die Verlagseigentümer von Springer sind finanziell irgendwie heftig verwoben mit Teilen der reichen Gesellschaftsschicht in Süd- und Mittelamerika oder aber der Springer-Verlag ist weiterhin ein dermaßen ideologisch aufgeladenes Kampfmedium, das einem im Vergleich dazu das Neue Deutschland als ein harmloses, unpolitisches Blättchen erscheinen muss.

Samstag, 6. Juni 2009

Obama gibt US-Beteiligung am Sturz der letzten demokratisch gewählten Regierung Irans zu

Obama gesteht US-Beteiligung am Umsturz im Jahr 1953 ein (Der Standard)

Zitat:

"Mitten im Kalten Krieg spielten die Vereinigten Staaten beim Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung eine Rolle." Der Satz in Präsident Obamas Kairoer Rede, zwischen Nahostkonflikt und Teherans Atomprogramm versteckt, wurde nur von besonders aufmerksamen Lesern bemerkt. (Quelle: DerStandard.at)

Der österreichische Standard erklärt dankenswerterweise auch die Hintergründe des damaligen Sturzes:
Der iranische Premierminister hatte 1951 die Verstaatlichung der Ölvorkommen angeordnet, da der BP-Vorläufer Anglo-Iranian Oil Company eine 50/50-Teilung der Gewinne verweigerte. Weil sich das britische Empire um seine Ölversorgung sorgte, setzte London alles daran, Mossadeqh aus dem Amt zu drängen. Zwei Jahre später schlossen sich die USA der Kampagne an [...]. (Quelle: DerStandard.at)

Der iranische Premierminister war demokratisch gewählt worden. Aber das war für Großbritannien und die USA kein Grund, ihn nicht gewaltsam aus dem Amt entfernen zu lassen.

Vielleicht lässt sich vor diesem historischen Hintergrund das oftmals paranoid erscheinende Verhalten des (ebenfalls demokratisch gewählten) Hugo Chávez, Präsident des erdölreichen Venezuelas, besser verstehen, der fast jede Woche behauptet, westliche Geheimdienste planten Anschläge auf ihn.

Es gibt noch eine weitere Parallele zwischen Iran damals und Venezuela heute - und zwar die Rolle der westlichen Medien:
Westliche Medien lobten damals den Putsch als "Volksaufstand", der den "liberalen und reformfreudigen" Schah an die Macht gebracht habe. Erst im Jahr 2000 veröffentlichte die "New York Times" einen von CIA-Agent Donald Wilber verfassten Bericht mit dem Titel "Overthrow of Premier Mossadeq of Iran", 2003 erschien das Buch "All the Shah's Men" des New York Times-Korrespondenten Stephen Kinzer, das einen Zusammenhang zwischen dem Umsturz und dem Terrorismus im Nahen Osten herstellte. (Quelle: DerStandard.at)

Ähnlich reagierten die deutschen Medien wie beispielsweise der Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung erst kürzlich noch, als Chávez im Jahr 2002 kurzzeitig unter tatkräftier Mitwirkung privater Medienkonzerne in Venezuela von Teilen des Militärs gekidnappt wurde. Spiegel, Süddeutsche und Co. stellten diesen Putsch als Befreiungsbewegung und Sturz eines Diktators dar. Texte, die Chávez bis heute undifferenziert angreifen und ihn als Diktator darzustellen versuchen, finden in den westlichen Medien bis heute große Verbreitung. Die einzige Schlussfolgerung, die ich aus diesen halbseidenen Artikeln und Berichten ziehen kann, ist, dass in vielen deutschen Medien die außenpolitischen Ressorts weiterhin von westlichen Geheimdiensten unterwandert sind, dass Korrespondenten oder Redakteure also auch auf den Gehaltslisten von Geheimdiensten stehen. (Die plumpe Berichterstattung über Südamerika in den deutschen Medien kann man wie eine Art Sensor verwenden, um versteckte Machtinteressen zu eruieren.)

Anders als im Jahr 1953 im Iran gab es 2002 in Venezuela jedoch bereits das Internet (Internetseiten wurden meist ausgedruckt und als Zeitung auf den Straßen verteilt). Auch deshalb verbreitete sich in Venezuela unter der Bevölkerung schnell die Nachricht, dass Chávez nicht zurückgetreten sei, sondern von der reichen Elite Venezuelas gekidnappt worden war. Es kam zu einem Volksaufstand, der die Rückkehr von Chávez in sein Amt ermöglichte.

Sonntag, 18. Mai 2008

Lateinamerika/Neoliberalismus: Wie die deutschen Medien manipulieren und desinformieren

Kampf um Amerika (Telepolis.de)

Es ist schon sehr auffällig, wie die großen deutschen Medien sich vor einer fairen Berichterstattung über Lateinamerika drücken.

Der Telepolis-Artikel stellt nun einmal als große Ausnahme davon dar, warum man beispielsweise in Venezuela gar nicht erfreut ist über die Politik der EU.

Stichwort dabei: Neoliberalismus. Und da wird klar, welchen Interessen die deutschen Medien mit ihrer Nicht-Berichterstattung folgen. Das große Geld ist eben wichtiger als Dienst am Kunden. Soll heißen: Der Leser und Zuschauer ist nicht derjenige, dessen Interessen die größeren deutschen Medienhäuser verfolgen. Die Medien können über alles frei schreiben, nur über eines nicht: Über Dinge, die gegen die Interessen ihrer eigentlichen Geldgeber aus der Wirtschaft verstoßen würden. Dies zeigt sich in sehr entlarvender Art und Weise bei der vielen Desinformation, die die deutschen Medien bezüglich Lateinamerika unters Volk bringen.

Ausschnitt aus dem Telepolis-Artikel:

In seiner [Chávez'; Anmerkg. von mir, Solon] sonntäglichen TV- und Radiosendung Aló Presidente bezichtigte er die CDU-Politikerin [Merkel; Anmerkg. von mir, Solon], die Beziehungen lateinamerikanischer Regierungen zu Venezuela torpedieren zu wollen. Gekoppelt war die Kritik mit einem undiplomatischen Seitenhieb. Merkel, so Chávez, stamme aus der "gleichen Rechten, die Hitler und den Faschismus unterstützt hat".

So groß die Aufregung über diese letztere Äußerung ist, so wenig ging die Berichterstattung auf den eigentlichen Vorwurf ein. Tatsächlich sind die deutschen Christdemokraten führend daran beteiligt, eine strategische Allianz gegen die Widersacher der neoliberalen Ordnung in Lateinamerika zu entwickeln. [...]

Die neue transatlantische Partnerschaft führender deutscher Parteien gegen den "lateinamerikanischen Populismus" – jene Regierungen also, die mit Unterstützung sozialer Bewegungen die anti-neoliberale Wende eingeleitet haben – ist neu. Chávez hatte mit seinem Einwurf darauf verwiesen. [...]

Dass in allen heute links regierten Staaten noch vor wenigen Jahren Christ- oder Sozialdemokraten an der Macht waren – viele mit engen Beziehungen zu politischen Gruppierungen in Europa –, wird ebenso wenig erwähnt wie der Umstand, dass ihre neoliberale Politik die soziale Krise erst soweit zugespitzt hat, dass die politischen Eliten über die gestürzt sind. (Quelle: Telepolis.de)

Und da wird auf einmal deutlich, warum die Entwicklungen im fernen Lateinamerika manchen Macht-Gruppierungen in Deutschland so viel Angst machen, dass selbst die Journalisten hierzulande von ihren Medienhäusern angehalten werden, wegzuschauen und ja nicht darüber zu berichten.

Man könnte auch sagen: Je tiefer die SPD in der Wählergunst sinkt, desto lauter werden die Vorwürfe vieler Journalisten (Journalisten!) in den größeren deutschen Medien gegenüber der Linkspartei werden, nur "populistisch" zu sein. Eine weitere Auseinandersetzung mit den Programmen der Linkspartei wird in den großen deutschen Medien darüberhinaus niemals stattfinden.

Wer also ist hier der Desinformator und Manipulator?

Montag, 12. Mai 2008

Chávez donnert gegen Merkel. Warum, erfährt der deutsche Leser jedoch nicht.

Chavez attackiert Merkel als Nazi-Nachfolgerin (Reuters)

Die Stimmung ist aufgeladen vor dem EU-Südamerika-Gipfel. Natürlich hat immer derjenige schon verloren, der als erstes mit einem Hitler-Vergleich ankommt. Warum der Staatschef Venezuelas jedoch so aufgebracht ist, darüber wird leider nicht berichtet. So erscheinen die Äußerungen von Chávez dem deutschen Leser wie aus heiterem Himmel zu kommen. Desinformation? Aber nicht doch! Das ist das, was deutsche Medien unter "Berichterstattung" verstehen...

Ausschnitt:

"Sie gehört der deutschen Rechten an, der selben, die Hitler unterstützt hat, die den Faschismus unterstützt hat. Das ist die Kanzlerin des heutigen Deutschland", sagte der linke Staatschef am Sonntag wenige Tage vor dem EU-Lateinamerikagipfel in Peru vor Ministern und Anhängern. "Frau Kanzlerin, fahren Sie zur ...", sagte Chavez, und setzte hinzu: "Weil sie eine Frau ist, sage ich nicht mehr." (Quelle: Reuters.com)

Gipfeltreffen zwischen EU und Südamerika wirft Schatten voraus: Angriffe gegen Chávez

Globale Medienphalanx gegen Venezuela (Amerika21.de)

Ausschnitt:

Die neoliberalen Gegner der bolivarianischen Revolution haben eine weltweite Medienkampagne gegen Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez gestartet. Sie behaupten, der Staatschef habe die linke Guerilla der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) personell, finanziell und militärisch unterstützt. Die Vorwürfe sind nicht neu: sie wurden bereits vor einigen Wochen von kolumbianischen Medien gestreut, verfehlten aber ihre Wirkung auf die lateinamerikanische Öffentlichkeit. Jetzt helfen ihnen drei einflussreiche Medien des Nordens. Das Ziel der transatlantischen Medienkampagne ist, Chávez als "Unterstützer des Internationalen Terrorismus und des Drogenhandels" darzustellen. Sie fußt erneut auf angeblichen "Beweisen", die vom Laptop des am 1. März getöteten FARC-Kommandanten Raúl Reyes stammen sollen. Die Beweiskraft der "Dokumente" ist äußerst schwach. (Quelle: Amerika21.de)

Das Spiel geht also in die nächste Runde. Da kam wohl bei einigen Medien oder Journalisten mal wieder eine größere Überweisung an.

Donnerstag, 17. April 2008

Welt.de ruft zum Klassenkampf auf, denn der Sozialismus wird uns bald alle umbringen!

Sozialismus: Der gefährliche Wiederaufstieg einer Ideologie (Welt.de)

Welt.de ruft zu den Waffen. Denn der Sozialismus kehre zurück. Oh, Gott!

Ausschnitt:

[...] ein Politiker wie Hugo Chavez kommt uns wie eine Lachnummer vor, nicht wie eine ernsthafte Bedrohung. Und doch könnte sich just Hugo Chavez im Rückblick als Prototyp eines charismatischen Führers entpuppen, der die Welt noch einmal Hekatomben von Toten kosten könnte. (Quelle: Welt.de)

Ja, ja, der böse Chávez. Der spricht ja ständig davon, sich die ganze Welt militärisch Untertan machen zu wollen. Macht er nicht? Ah, noch verdächtiger! Aber zig Länder hat er schon überfallen, oder? Steht nicht Brasilien kurz davor zusammenzubrechen? Chávez Truppen stehen doch vor der Hauptstadt Brasilia, oder? Auch Mexiko wird wohl morgen fallen. Und dann greift er die USA an. Ein Leichtes. Die USA ist ja nur durch so einen lächerlichen Grenzzaun geschützt. Den werden die in zahlreichen militärischen Siegen gestählten Truppen von Chávez mit ihren hochmodernen Panzerfahrzeugen blitzartig niederwalzen. Und ist erst einmal Los Angeles erobert, wird das verweichlichte und hilflose Washington schnell kapitulieren...

Sozialismus wirke wieder "verführerisch" mit seinem Versprechen von Gleichheit und Gerechtigkeit, schreibt der Welt.de-Autor weiter. Tja, zu dumm, dass die Menschen - aus welchen verrückten Gründen auch immer - heute unzufrieden sind damit, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer.

Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob und wenn ja welche sozialistischen Ideen zielführend sind zur Verbesserung der Lebensverhältnisse. Aber von "Hektabomben Hekatomben von Toten" zu fantasieren, nur weil da jemand sozialistisches Gedankengut politisch umzusetzen versucht, klingt - wohlwollend betrachtet - nach einem Fall für den Therapeuten - weniger wohlwollend betrachtet nach gefährlicher Stimmungsmache und Aufwiegelung.

Wer sich auf die Schnelle zumindest etwas differenzierter informieren will über den "Sozialismus", dem empfehle ich beispielsweise die Wikipedia. Obwohl die Wikipedia im Vergleich zur Zeitung "Die Welt" natürlich einen entscheidenden Nachteil hat: Man kann in der Wikipedia keine Fische einwickeln.

Sonntag, 17. Februar 2008

Dokumentation "Ein Staatsstreich von Innen" bei Google-Video

The Revolution Will Not Be Televised (Google-Video)

(via Nightline)

Der von den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern mitproduzierte Film "Ein Staatsstreich von Innen" ist tatsächlich bei Google-Video vollständig zu sehen.

Wer mehr über die Hintergründe zur Situation in Venezuela erfahren will, dem kann man diesen spannenden und mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm nur wärmstens empfehlen. Er berichtet vom letzten Regierungsputsch in Venezuela quasi von hinter den Kulissen. Der Film beleuchtet, wie die privaten Medien Venezuelas mit den rechten Putschisten zusammenarbeitete und die Bevölkerung belog.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Immer wieder faszinierend: Die Medienmanipulationen beim Thema "Venezuela"

Hortung von Lebensmitteln illegal (Amerika21.de)

Ich archiviere den Link zu diesem Artikel von Amerika21.de, weil zur Zeit mal wieder anderswo Agentur-Meldungen in zahlreichen deutschen Medien erscheinen, die die Situation in Venezuela extrem verkürzt darstellen. Wieder einmal ist die Medienberichterstattung über Venezuela ein äußerst anschauliches Beispiel dafür, wie Medien vor allem durch gezieltes Weglassen und Kürzen extrem manipulativ berichten. Das Beispiel Venezuela ist zur Medienanalyse so wertvoll, weil hier bei einem klar umrissenden Thema beinahe alle deutschen Medien extrem manipulativ, verkürzt und teilweise sogar völlig falsch berichten.

Verleiten lassen sich die deutschen Medien dazu vermutlich, weil die meisten deutschen Medienkonsumenten keinerlei alternative Informationsquellen über Venezuela kennen dürften und weil das Thema die meisten Menschen in Deutschland kaum direkt betrifft oder intensiver interessiert. In einem etwas größeren Rahmen betrachtet - vor allem außenpolitisch - ist das, was in Venezuela vor sich geht, jedoch dennoch bedeutsam. Außerdem ist Venezuela für bestimmte politische Gruppierungen eine Art Symbol, das entweder mit Hoffnung oder mit Hass verknüpft ist. Venezuela ist sozusagen der zugespitzte Kampf zwischen Sozialismus und Neoliberalismus. Und deswegen gibt es hier mächtige Interessengruppen, die ihre Sicht der Dinge in die Medien drücken wollen.

Dass man vieles an der Politik vom venezolanischen Präsidenten Chávez kritisieren kann, steht für mich außer Frage. Aber die Art und Weise, wie über Venezuela berichtet wird, entlarvt wie sonst kaum ein anderes Thema das oftmals eklatant unsaubere Arbeiten deutscher Medien und ihr häufiges Versagen bei der Aufgabe, die Medienkonsumenten zu informieren statt ihnen Meinungen vorzusetzen.

Amerika21.de berichtet ein wenig mehr über die Hintergründe der Situation in Venezuela und entlarvt so die manipulative Berichterstattung anderswo.

Ausschnitt:

Seit einigen Monaten hat Venezuela mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. [...] Die Angebotsknappheit in Venezuela liegt auch darin begründet, dass der Konsum in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist: Von 2004 bis 2007 stieg er von 24 Milliarden US-Dollar auf 52 Milliarden Dollar. Bedingt durch das starke Wirtschaftswachstum der letzten Jahre und die umfangreichen Sozialprogramme der Regierung hat sich die Kaufkraft gerade der ärmsten Bevölkerungsschichten extrem gesteigert. Zwischen 2004 und 2006 hat sich das Einkommen der Armen in Venezuela inflationsbereinigt mehr als verdoppelt [...]. Die Vertreter der Privatwirtschaft erklären die staatlichen Preiskontrollen zur Ursache der Engpässe. Die Regierung wirft den Unternehmern wiederum absichtliche Verknappung des Angebotes aus Profitgier und politischen Motiven vor, was auch von Experten in Betracht gezogen wird. Andererseits beklagen viele Händler, dass zu den festgelegten Preisen oft gar nicht mehr gewinnbringend verkauft werden kann. Dem Druck aus der Privatwirtschaft hat die Regierung allerdings auch schon teilweise nachgegeben: Viele Festpreise wurden stark angehoben, und die meisten sind mittlerweile aufgehoben. Heute sind nur noch die Preise von 20Produkten reguliert. Vorher waren es etwa 400 gewesen. Mit der Festlegung sollten Verbraucher vor überteuerten Preisen und extremen Schwankungen geschützt werden. [...] Das größte Problem Venezuelas ist die Importabhängigkeit bei Lebensmitteln. Immer noch müssen mehr als 70 Prozent eingeführt werden [...]. (Quelle: Amerika21.de)

Freitag, 4. Januar 2008

Deutsche Medien spindoktorn weiter: Chávez bleibt ein Dämon

Der Uribist der FAZ hat das Wort (Redblog)

Ausschnitt:

In der heutigen Ausgabe der FAZ darf Josef Oehrlein, Lateinamerika-Korrespondent der Zeitung, auf Seite eins mächtig vom Leder ziehen. Unter der Überschrift "Feldherr Chávez" läßt Oehrlein nichts aus, um gegen Chavez zu wettern. Dabei bedient er die alten und immer wieder runtergeratterten Anschuldigungen und verquickt diese mit abstrusen Vermutungen, wenn er zum Beispiel schreibt: "Und weil ihm [Chavez, Anm. redblog] dazu jedes Mittel recht ist, in letzter Konsequenz vielleicht sogar physische Gewalt". [...]

Daß Oehrlein nun wiederum nicht über die Verbindungen des Rechtsextremisten Uribe [derzeitiger Präsident von Kolumbien; Anmerkung von mir, Solon] zu den Paramilitärs schreibt und über die Niederschlagung von sozialen Bewegungen in Kolumbien versteht sich von selbst. Als "objektiver" Journalist schreibt man eben auch nur im Interesse seiner Klientel und seiner Gehaltszahler.

Man sollte auch nicht vergessen, was Oehrleins Zeitung einen Tag nach dem [Militär-] Putsch gegen [den beim Putsch getöteten, ehemaligen, demokratisch gewählten Präsidenten Chiles; Anmerkung von mir, Solon] Allende schrieb:
"Im Augenblick der höchsten Gefahr konnten sich die Streitkräfte ihrer Verantwortung nicht mehr länger entziehen. Sie können nur obsiegen, wenn sie sofort und mit aller Schärfe reinen Tisch machen." (Quelle: Redblog.twoday.net)

Dienstag, 18. Dezember 2007

USA bieten Venezuela verbale Abrüstung an

USA bieten Chavez verbale Abrüstung an (Berliner Zeitung)

Ausschnitt:

"Wir wollen die Beziehungen aus dem Fokus des Medieninteresses herausholen, wir wollen weg von dem: Wer hat jetzt wieder welche beleidigende Bemerkung über den anderen fallen lassen", sagte Deborah McCarthy, Koordinatorin für Venezuela im US-Außenministerium, im Gespräch mit der Berliner Zeitung. "Unsere Länder haben eine Menge gemeinsamer Interessen: in der Wirtschaft, in der Bildung, im Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus. Wir wollen unsere Verbindungen zur Regierung in Caracas bewahren, nicht unterbrechen." [...] Dass Chavez seine Niederlage anstandslos anerkannt habe, nennt sie "signifikant": "Eine Menge Leute haben das aufmerksam registriert." (Quelle: BerlinOnline.de)

Über die eigene, absolut fehlerhafte Berichterstattung über die Vorgänge in Venezuela verliert die Berliner Zeitung natürlich kein einziges Wort. Deutsches Medienpack halt.