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Montag, 22. Juni 2009

Wie der Iran nach der Wahl wie stark welche Internetanwendungen blockiert hat

A Deeper Look at The Iranian Firewall (Arber Networks Security Blog)

Statistiken und Diagramme dazu, wie Iran kurz nach der Wahl das Internet blockiert hat. Besonders SSH und Flash (YouTube-Videos also beispielsweise) wurden blockiert. Alleine Online-Spiele scheinen weitgehend nicht blockiert worden zu sein.

Die Analysen des Verhaltens der iranischen Zensoren muss und sollte doch Hinweise liefern dafür, um noch bessere Software zu programmieren, mit der sich leichter, sicherer und zuverlässiger Deep Packet Inspections und darauf beruhende Blockierungen und Sperren umgehen lassen?!

Dienstag, 9. Juni 2009

Selbst Welt.de-Kommentator sieht Computerspielverbot und Kinderpornosperren als populistischen Aktionismus

Kommentar: Politiker nutzen Killerspiele als Waffe im Wahlkampf (Welt.de)

Zitat:

Was also soll die Minister-Forderung nach einem "Killerspiel"-Verbot? Es reiht sich ein in vergleichbare Leerlaufhandlungen, zu denen Politiker der großen Koalition schon seit Monaten im Vorfeld der Bundestagswahl im September greifen wie Ertrinkende nach dem Strohhalm. Ob Ursula von der Leyens de facto unwirksame, dafür aber hochgradig grundrechts-schädliche Kinderpornosperre im Internet oder das Farbkugel-Schießverbot der Sicherheits-"Experten" Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz – sie wissen nicht, was sie tun, deshalb machen sie irgendetwas, damit keiner sagt, sie hätten nichts getan. Selten hat man eine peinlichere Aufführung deutscher Innenpolitik erlebt als im Zusammenhang mit den Ersatzhandlungen, zu denen sich jetzt Minister angesichts der viele verunsichernden neuen Medienwelt hinreißen lassen. (Quelle: Welt.de)

Guck an, selbst Kommentatoren bei Welt.de verteidigen nicht mehr den populistischen Aktionismus von SPD und Union.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Hexenjagd gegen "Killerspiele" geht weiter: CDU verhindert Computerspieletreffen auch in Karlsruhe

Wegen "Killerspiele"-Vorwurf: Computerspiel-Contest abgesagt (Taz.de)

Zitat:

In Karlsruhe sollte ein Wettbewerb unter PC-Spielern stattfinden - unter anderem mit Ego-Shootern. Die Stadt wehrte sich vehement, auch wegen Winnenden. Die Spieler fühlen sich als Populismus-Opfer. (Quelle: Taz.de)

Das ist schlicht die moderne Variante der Hexenjagd, die die Union bei diesem Thema betreibt. Das dumme CDU-Wahlvolk wird's nicht merken. Die merken ja eh kaum was.

Freitag, 20. März 2009

Meta-Studie zeigt: Medien haben nur äußerst geringen Einfluss auf Gewaltbereitschaft; wichtiger wäre, sich mit wirklichen Ursachen zu beschäftigen

Studien zu Medien-Gewalt von politischem Opportunismus bestimmt (Telepolis.de)

Zitat:

Interessant sind auch die Folgerungen, die die Forscher aus ihren Ergebnisse ziehen. Sie befürchten nämlich, dass viele Studien zu Mediengewalt und Aggression vor allem aufgrund ideologischer oder politischer Anschauungen durchgeführt werden. Zufällig vereinten sich hier die Agenden konservativer und linker Kreise zu einem "Perfect Storm" des politischen Opportunismus. Wissenschaftlicher Dogmatismus, meinen Ferguson und Kilburn, habe die Fähigkeit der Science-Community beschädigt, dieses Forschungsgebiet kritisch zu betrachten. Wenn das Ziel der Gesellschaft in einer Verminderung von Gewalt bestehe, solle man sich wissenschaftlich, politisch und ökonomisch doch besser und effizienter mit anderen Bereichen befassen. (Quelle: Telepolis.de)

So ist es. Aber nichts ist so zäh und wird so heiß und innig geliebt wie die eigene Ignoranz. Vorsichtig abwegende Bedenkenträger dagegen sind halt uncool.

Donnerstag, 19. März 2009

Experten sind sich einig: Es gibt keinen einfachen Ursache-Wirkungs-Mechanismus zwischen Killerspiel und Gewalt

Debatte um Gewalt in Computerspielen: "Ein Amoklauf beweist gar nichts" (Netzeitung.de)

Ein ausführlicher Artikel, der gut die differenzierten Experten-Meinungen zur Wirkung von Computerspielen auf Kinder und Jugendliche darstellt.

Und immer wieder lautet das schlichte Fazit: Einen direkten Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen gewalthaltigen Computerspielen und Amokläufen gibt es einfach nicht. Punkt.

Aber es hat ja alles keinen Zweck. Die Erde ist keine Kugel, sondern eine Scheibe, weil man sonst ja in Australien runterfallen würde von der Kugel. Das glauben unsere Politiker und so wird das in Ewigkeit bleiben. Politiker sind schlicht und einfach größtenteils nicht ganz dicht in der Birne. Ich vermute das wird verursacht durch elektromagnetische Wellen, die von den Mikrofonen der Journalisten ausgestrahlt werden, die die Politiker immer dicht unter die Nase gehalten bekommen. Je öfter ein Politiker vor diesen Mikrofonen steht, desto stärker wird sein Hirn dieser Strahlung ausgesetzt. Es verbruzelt innerlich. Da im Hirn keine Schmerzrezeptoren sind, merkt der betroffene Politiker davon nichts. So kommt es, dass die Politiker, die am häufigsten vor den Mikrofonen stehen am bescheuertsten sind.

Diese Theorie ist mindestens so gut wie die, dass Computerspiele die Hauptursache von Amokläufen sind.

Montag, 16. März 2009

Schwachsinnssender Phoenix

Killerspiele mal wieder am Pranger: World Of Bullshit (Taz.de)

Zitat:

In der offiziellen Ankündigung dieser wichtigen Sendung ist allen Ernstes von "'Ego-Shootern' wie 'World Of Warcraft'" die Rede. Schon klar. Diskutieren die Experten demnächst auch über "Pornofilme wie 'Bambi'"?

Daraus spricht mehr als nur Dummheit oder Desinteresse. Hier verbirgt sich das eigentliche Problem: eine totale und selbstgefällige und unerschütterliche Ignoranz gegenüber jugendlichen Lebenswelten. Das kann wirklich aggressiv machen, aggressiver noch als sechs Stunden "Counter Strike" am Stück. (Quelle: Taz.de)

Die Sendung, die im Zitat gemeint ist, war übrigens eine dieser unendlichen und zahllosen Pseudo-Diskussionssendungen auf Phoenix, die vor allem als öffentliche Plattform von Lobbyisten jeder Art genutzt werden. Eine ehrliche Diskussion wird es auf Phoenix und bei ARD und ZDF nie geben, weil diese Sender einfach zu verseucht sind durch politische Interessen, Parteiproporz und sonstige Lobbyisten. ARD und ZDF sind in ihren "politischen" Talk-Sendungen mittlerweile nur noch Bühne von Spindoktoren aller Art. Das fängt an bei der Themenauswahl, geht weiter zu den eingeladenen Gästen bis hin zu den Fragen der Moderatorin (sind ja meist Moderatorinnen), ihrer Gesprächsführung und der Zusammensetzung des Publikums. Ich behaupte: All diese Diskussionssendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sind nicht ergebnisoffen.

Die Jugendlichen haben sich vermutlich längst innerlich verabschiedet von ARD und ZDF. Diese Gruppe, auch wenn sie erwachsen wird, wird niemals mehr Zuschauer werden dieses immer mehr als Büttel von SPD und Union auftretenden Staatsfernsehens. Auf lange Sicht bedeutet das den Tod von ARD und ZDF.

Freitag, 13. März 2009

Prof. Joachim Kersten: Verletztes Selbstwertgefühl und nicht Ballerspiele sind Ursache von Gewalt

Prof. Joachim Kersten über die Gefährlichkeit von Medienberichten (Bayerischer Rundfunk)

In der ansonsten für mich schwer zu ertragenden Sendung "Quer" gab es ein interessantes Interview mit dem Polizeiforscher Prof. Joachim Kersten über Medien als mögliche Ursache von Amokläufen.

Unbedingt das oben verlinkte Video ganz bis zum Schluss anschauen.

Killerspiele sieht Kersten wie alle ernstzunehmenden Psychologen nicht als Ursache von Amokläufen an, sondern nur als Teil eines großen Ursache-Komplexes. Die eigentliche Ursache von Amokläufen sei letztlich ein immer wieder verletztes Selbstwertgefühl. Diese Verletzungen treiben Menschen in Gewaltphantasien. Kommt dazu noch eine soziale Isolation hinzu, fehlt diesen Menschen eine Korrektur und eine Spiegelung von außen, die derartige Gewaltphantasien wieder entschärfen könnten. Stattdessen reichern solche verletzten Menschen (die eine extreme Minderheit darstellen) ihre Gewaltphantasien weiter an - unter anderem mit Bildern aus den Medien oder aus Ballerspielen.

Aber auch diese weitere Expertise wird Medien und Politiker nicht davon abhalten, auch weiterhin "Killerspiele" in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen. Vielleicht gibt es ja sogar schon wissenschaftliche Untersuchungen zur Frage, warum Medien und Politiker trotz klar anders lautender Meinung der allermeisten Experten, weiterhin so fixiert sind auf das Thema "Killerspiele"? Vielleicht sind die Aussagen von Psychologen schlicht zu kompliziert für die Medien und für Nicht-Psychologen? Sind Psychologen zu unfähig, sich verständlich mitzuteilen? Oder wollen Medien und Politiker ihre Aussagen eventuell bewusst nicht verstehen? Aber warum nicht?

Donnerstag, 12. März 2009

ZDF muss tatsächlich "aus aktuellem Anlass" Doku über Gefährlichkeit von Computerspielen bringen

Amokläufer im Visier (ZDF.de)

Nanu? Programmänderung im ZDF-Nachtprogramm? Eine Doku über die Frage, ob Computerspiele Amokläufe auslösen. Anscheinend ist mal wieder ein Amoklauf passiert. Die Hirnaktivität von Computerspielern wurde untersucht. Ergebnis: Beim konzentrierten Computerspielen werden laut fMRT für kurze Zeit bestimmte Hirnbereiche blockiert, die für Emotionen zuständig sind. Klingt sehr gefährlich.

Kann mal jemand untersuchen, ob dieses sekundenlange Blockieren emotionaler Zentren im Gehirn eventuell auch beim Autofahren, Texteschreiben, Fernsehgucken, Kreuzworträtsellösen, feinmotorischen Tätigkeiten etc. passiert? Und anschließend sollte man dann unbedingt all diese Tätigkeiten, die für einige Sekunden Emotionszentren im Gehirn blockieren, verbieten.

Nicht verbieten sollte man jedoch, dass Eltern, in deren Wohnung Minderjährige wohnen, 16 tödliche Schusswaffen im Haus haben (samt anscheinend Massen an Munition).

Aber vielleicht lag ja in dem vermutlich abgeschlossenen Schrank mit den Waffen auch der Schlüssel zu der Schublade, in der die gefährlichen Computerspiele lagerten. Das wäre dann allerdings wirklich ein massives Versagen der Eltern des Amokschützen gewesen.

Ich kann nur davon abraten, sich über das Fernsehen über Wissenschaft und wissenschaftliche Ergebnisse zu informieren. All das, was man im Fernsehen über Wissenschaft und wissenschaftliche Ergebnisse hört, muss und sollte man durchweg nicht ernst nehmen und so schnell wie möglich wieder vergessen. Wissenschaftliche Ergebnisse werden im Fernsehen immer - ich betone: immer - total verkürzt und damit letztlich falsch dargestellt. Wissenschaftler sollten in jedem Halbsatz (nicht nur alle drei Sätze, sondern so, dass es nicht rausgekürzt werden kann, also in jedem Halbsatz) bei Interviews mit den Leuten vom Fernsehen deutlich machen, wo die Grenzen des jetzigen Wissensstandes liegen, wie also Theorien und Daten einzuordnen und zu bewerten sind.

Fernsehen ist und bleibt letztlich ein Schrott-Medium, das nur dazu geeignet ist Quizsendungen und Seifenopern auszustrahlen. Ausnahmen wie die Sendungen von Alexander Kluge sind und bleiben eben eines: absolute Ausnahmen.

Samstag, 20. Dezember 2008

Medienwirkungsforschung wird in Medien nicht sauber dargestellt

Der Bekannteste scheint nicht immer der Beste (NZZ.ch)

Was in den Medien über die Wirkung von Gewalt in Medien und Computerspielen debattiert wird, stellt nicht den Stand der Forschung dar. Dies hat eine von der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Studie herausgefunden.

Für Experten ist dieser Befund nicht wirklich überraschend. Ich sage Freunden und Bekannten schon lange, sie sollten alles ignorieren, was in den populären Medien über psychologische Themen berichtet wird. Es ist meistens der größte Humbug. Vermutlich geht es Wissenschaftlern in anderen Fachbereichen ähnlich.

Ausschnitt:

in der öffentlichen Debatte, so ein Forschungsergebnis, kommen ganz andere Autoren zu Wort als in der wissenschaftlichen Debatte. Um die Deutungshoheit über Gewaltdarstellungen in den Medien tobt gelegentlich eine mediale Schlacht zwischen unversöhnlichen Fronten. [...]

Befragt werden fast immer die gleichen Experten. Und das sind, so die Autoren, selten diejenigen, die in ihren Fachdisziplinen die höchste Reputation besitzen. Vom Laienpublikum würden am ehesten die Argumente akzeptiert, die am stärksten polarisieren. Selbst Journalisten neigten dazu, komplexe Befunde als unsichere Ergebnisse zu interpretieren. Deshalb kämen in der Öffentlichkeit immer diejenigen zu Wort, die sich auf die Medienlogik einliessen und klare Aussagen machten. (Quelle: NZZ.ch)

Radikale Computerspielgegner veröffentlichen politisches Pamphlet

Radikale Spielegegner wollen Anerkennung als Kulturgut verhindern (Heise.de)

Ein seltsamer Aufruf einer kleinen Sippe von randständigen Medienwissenschaftlern, die radikalen Theorien zur Medienwirkung anhängen, die von der großen Mehrheit der Wissenschaftler nicht geteilt werden.

Die Leute um Manfred Spitzer und den einschlägig bekannten Kriminologen Pfeiffer wollen auch Erwachsenen die Nutzung von gewalthaltigen Computerspielen verbieten. Und das aufgrund einer - höflich ausgedrückt - gewagten neurologischen Theorie von Manfred Spitzer.

Auf Grundlage der Spitzerschen Theorie müsste man noch viel, viel mehr Medien intensiver zensieren - und umgekehrt Menschen am besten in wöchentliche Erziehungslager stecken, in denen sie nur positiven Reizen ausgesetzt werden. Denn nach Spitzer ist das menschliche Verhalten völlig abhängig von den Reizen in der Umwelt. So etwas wie Interpretation und eine höhere Reizverarbeitung findet laut Spitzer nicht statt oder sei letztlich irrelevant. Stattdessen gäbe es einen völligen Automatismus zwischen Reiz und Verhalten. Es ist letztlich der alte Behaviorismus in einer selbst vor 60 Jahren nicht dagewesenen Schärfe und Eindimensionalität.

Samstag, 19. Januar 2008

EU-Parlament will gefiltertes, kindergerechtes Internet - Droht umfassende Zensur?

EU-Parlament fordert schärferes Vorgehen gegen Kinderpornographie (Heise.de)

Ausschnitt:

Das EU-Parlament hat am Mittwoch mit großer Mehrheit einen umfassenden Bericht angenommen, der für [...] den Einsatz von Internetfiltern im Kampf gegen Kinderpornographie plädiert. [...] Die Abgeordneten regen zum Schutz der Kinderrechte die Schaffung eines "verhältnismäßigen", auf Dialog basierenden Regelungssystems an. Dieses soll für Provider, Netzbetreiber, Medien und andere Industriepartner gelten. Anvisiert wird dabei die Verhinderung beziehungsweise sogar das Verbot der Übertragung kindergefährdender Bilder und Inhalte. Dabei geht es nicht mehr nur um Kinderporno, sondern etwa auch um Video- und Computerspiele "mit gewalttätigem Inhalt". Zur Begründung heißt es, dass derlei Angebote "zur Gewalt und zum Sexismus anstiften und deshalb für die psychische und physische Entwicklung des Kindes schädlich sein können". (Quelle: Heise.de)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Thema Computerspiele zeigt, wie scheißegal den öffentlich-rechtlichen Sendern der Kunde ist

Tageszeichen vom 4.12.2007 (WDR-Radiosendung, MP3-Datei)

In der Radiosendung "Tageszeichen" vom WDR (ab Minute 8:20) macht sich der Redakteur Erasmus Schöfer folgende Meinungen über Computerspiele zu eigen:

  • Aussagen, dass die Medienberichterstattung in Deutschland über Computerspiele einseitig sei, seien reine PR der Spielehersteller
  • In Computerspielen würden Menschen vergast werden
  • In Computerspielen wird das Töten trainiert
  • Spielehersteller werden Drogenbossen gleichgestellt
  • Die Medienwirkungsforschung in Zusammenarbeit mit Computerspieleherstellern sei so, wie wenn Drogenbosse mit Forschern zusammen arbeiten, um mehr über die Wirkung ihrer Drogen zu erfahren
  • Der Geschäftserfolg der Computerspielehersteller beruhe auf ihrer Menschenverachtung
  • In Köln hätte es angeblich einen knapp verhinderten Amoklauf gegeben
  • Computerspiele werden in einer Reihe zusammen aufgezählt mit solchen Dingen wie Revolvern, Opiaten und Hakenkreuzen (Warum Hakenkreuze? Keine Ahnung.)
  • Computerspiele seien menschenfeindliche Erzeugnisse perverser Hirne
  • Die Forderung nach Zensur wird zwar nicht offen ausgesprochen, schwingt aber bei all dem hörbar mit
Jeder kann ja seine Meinung sagen. Der Beitrag von Erasmus Schöfer wurde in der Sendung jedoch als "Forschungsbericht" angekündigt, der sich einmal (sozusagen ausnahmsweise) nur mit den negativen Folgen von Computerspielen beschäftige. Na, was für eine Überraschung! Mal kein Bericht, der jubelnd über Computerspiele berichtet! Wie innovativ! Deutscher öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournascheißmus at it's best also. Eigentlich ist dieses manipulative, propagandahafte Lügen-Geseiere (vorgetragen übrigens in seeeehr langsamer, bedächtiger, leiser Rede mit einem hörbaren verächtlichen Lächeln auf den Lippen) ein einziges "Fuck You!" in Richtung jüngere Zuhörer. Wenn der Meinungsbeitrag zumindest irgendwo ein Argument enthalten würde... Aber er ist reine Selbstbefriedigung des Autors, der noch nicht einmal auf die Idee gekommen zu sein scheint, dass an seinem Weltbild eventuell doch irgendetwas zu kritisieren wäre. Der Meinungsbeitrag ist also hermetisch im eigenen Weltbild geschlossen. Er zeigt nirgends Ansätze eines Willens zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema jenseits von purem Vorurteil. Selbst ein fanatischer Gläubiger irgendeiner Religion zeigt mehr Offenheit zur Diskussion als dieser WDR-Radiobeitrag.

Freitag, 7. Dezember 2007

Microsoft: Zwei junge Mädchen hätten Chat-Software-Weihnachtsmann zum Sex überredet

Microsoft accuses kids of bullying Santa into sex chat (The Register)

Ausschnitt:

Gigantic global software beast Microsoft has blamed two young girls for killing Santa.

Now that it has pulled the plug on its oral-sex-obsessive MSN bot, the firm's spinners have tried to deflect scrutiny of its sloppiness by claiming that the outrage was caused by users.

Our story of how Santa turned nasty has been picked up by the AP newswire. It means Microsoft's lies over the affair are set to appear in papers and on news channels all over the world.

Here's the whopper that Microsoft spokesman Adam Sohn told AP: "It's not like if you say, 'Hello Santa', he's going to throw inappropriate stuff at you."

Erm, yes it is, Adam. It's pretty much exactly like that. When we innocently asked him to eat something, Santa said: "It's fun to talk about oral sex, but I want to chat about something else." (Quelle: TheRegister.co.uk)

Die Ausflüchte von "Frontal 21" auf Kritik an ihrer "Killerspiele"-Berichterstattung

Dittmayer vs. Frontal21 (D-Frag.de)

Ausschnitt:

Ein Kuriosum. Im November 2004 flimmerte der erste Bericht von Frontal21 über Gewalt in Computerspielen (»Videogemetzel im Kinderzimmer«) über deutsche Bildschirme. Viele Spieler beschwerten sich damals über die einseitige und schlecht recherchierte Berichterstattung, unter ihnen Matthias Dittmayer, der die Webseite Stigma Videospiele ins Leben rief. Es folgte ähnlich geartete Berichterstattung u.a. in den Sendungen Aspekte und Panorama, es folgten weitere Beschwerden von Spielern, es folgten Stellungnahmen des Rundfunkrates, des NDR-Intendanten und mehrerer Redaktionen. Es folgte vor allem ein Video von Matthias Dittmayer über all die kleinen Ungenauigkeiten und Recherchefehler in den oben genannten Sendungen. Ein Video, das innerhalb kürzester Zeit über YouTube so weite Verbreitung fand, dass sich Dr. Claus Richter, Redaktionsleiter von Frontal21, nun genötigt sah, dazu Stellung zu nehmen und eine inzwischen drei Jahre alte Sendung zu verteidigen. (Quelle: D-Frag.de)

Und die Antworten von Dr. Richter sind alles andere als zufriedenstellend. Da üben wir aber noch ein bisschen den Umgang mit den Kunden, die ihnen das morgendliche Brötchenfressen ermöglichen, Herr Richter, nicht wahr?

Freitag, 30. November 2007

Computerspiele und Gewalt - Stigma-Videospiele.de arbeitet gegen die Hetze in den Medien

Stigma-Videospiele.de

Matthias Dittmayer möchte mit dieser Webseite eine andere Sicht auf Computerspiele und Computerspieler etablieren - gegen die Hetze in den Medien gegen angeblich gewaltversessende Computerspieler.

Computerspiele und Gewalt: Kritik an öffentlich-rechtlichen Sendern verstummt in Blogosphäre nicht

Medien im Blutrausch (Stefan Niggemeier)

Ausschnitt:

Und ich kann es nicht fassen, dass in Großbritannien zum Beispiel eine breite Diskussion stattfindet über Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit in den Medien, die sogar dazu führt, dass die „Noddys” in Frage gestellt werden, die Gegenschüsse auf nickende Fragesteller, die nachträglich gedreht und in Fernsehinterviews geschnitten werden, und bei uns kann die Redaktion von „Kontraste” einfach die Kritiker blöde anpöbeln und der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Jobst Plog, kann in einer Erklärung sinngemäß sagen: Klar haben wir die lachenden Gesichter von zwei Leuten einfach hinter eine Szene geschnitten, über die sie in Wahrheit gar nicht lachen, das machen wir immer so, na und? [...] Und es bricht kein Sturm der Entrüstung los und keine breite Debatte über den Zustand des öffentlich rechtlichen Vorzeigefernsehjournalismus und stattdessen reden wir über das Nazometer von Schmidt & Pocher? (Quelle: Stefan-Niggemeier.de)

Im Ignorieren von Kritik sind unsere öffentlich-rechtlichen Medien einsame Spitze. Aber das wird sich rächen. Die sollten vorsichtig sein. Die Entfremdung zwischen öffentlich-rechtlichen Medien und dem Publikum unter 40 Jahren ist schon jetzt meiner Beobachtung nach erheblich groß. Sollte das andauern bis die nächste Politikergeneration an die Macht kommt, können kluge Köpfe schon einmal Reformen ausarbeiten, die eine Zusammenlegung aller öffentlichen Sender, eine Straffung also, vorsehen und eine ausgereiftere Kontrolle über die Qualität der Sendungen sicherstellen. Denn so, wie es heute läuft, kann es nicht weitergehen mit ARD und ZDF.

Siehe auch: Wie ARD, ZDF und WDR die Zuschauer verarschen bei Berichterstattung rund um "Killerspiele" (Linkablage)

Mittwoch, 28. November 2007

Wie ARD, ZDF und WDR die Zuschauer verarschen bei Berichterstattung rund um "Killerspiele"

(Via Pantoffelpunk) Wie ARD, ZDF und WDR ihre Zuschauer ganz bewusst und umfassend belügen und betrügen und verarschen bei der Berichterstattung rund um sogenannte "Killerspiele": YouTube - Killerspiele in ARD, ZDF und WDR (Youtube.com)

Anmerkungen des Autors zu seinem Video:

Zusammenfassung von Fehlern in der Berichterstattung über "Killerspiele" von hartaberfair, Frontal21, Kontraste und Panorama.
Mehr auf: www.stigma-videospiele.de [...]

Zwei Anmerkungen:

1. Den Comments nach haben einige das Video so verstanden, dass hartaberfair das Battlefield-Video eingeblendet hat. Die Einblendung stammt von mir, da die Beschreibung von Herrn Pfeiffer mehr auf BF als auf WoW passt. Ich dachte, dass ich durch das "Ops" klar gemacht hätte, dass ich "ausversehen" das falsche Video zur Beschreibung eingeblendet hätte. Auch fehlen bei der Einblendung WDR-Logo und hartaberfair-Schriftzug.

2. Meine Aussage bezüglich der Hirnverkümmerung durch Videospiele ist etwas zu verkürzt. Es hätte heißen sollen "Es gibt keine Beweise für - solche - dauerhaften Auswirkungen von Computerspielen." (Quelle: YouTube.com)