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Montag, 22. Juni 2009

Wie der Iran nach der Wahl wie stark welche Internetanwendungen blockiert hat

A Deeper Look at The Iranian Firewall (Arber Networks Security Blog)

Statistiken und Diagramme dazu, wie Iran kurz nach der Wahl das Internet blockiert hat. Besonders SSH und Flash (YouTube-Videos also beispielsweise) wurden blockiert. Alleine Online-Spiele scheinen weitgehend nicht blockiert worden zu sein.

Die Analysen des Verhaltens der iranischen Zensoren muss und sollte doch Hinweise liefern dafür, um noch bessere Software zu programmieren, mit der sich leichter, sicherer und zuverlässiger Deep Packet Inspections und darauf beruhende Blockierungen und Sperren umgehen lassen?!

Montag, 18. Mai 2009

Botnetze als Zankapfel der Geheimdienste

Analyse: Atomraketen gegen Datensaboteure (Futurezone.ORF.at)

Erich Moechel vermutet, dass die wenigen großen, von Kriminellen aufgebauten Botnetze, die es gibt, längst von Geheimdiensten aus Russland, China und den USA genutzt werden. Probleme gäbe es nur damit, dass es innerhalb der Geheimdienste beispielsweise in den USA zu wenig Koordination gäbe und so der Abwehr-Teil der US-Geheimdienste oftmals Botnetze bekämpfe, die der andere Teil der US-Geheimdienste längst für seine Zwecke nutze.

Fazit: Noch ein Grund mehr, Linux zu helfen, besser zu werden, damit es mehr Verbreitung findet und so weniger von Geheimdiensten gesteuerte Windows-Zombies im Netz unterwegs sind.

Samstag, 18. April 2009

Einfach realisierbare Angriffe auf Netzwerk-Backbones

Einfach realisierbare Angriffe auf Netzwerk-Backbones (Heise.de)

Zitat:

Auf der Konferenz Black Hat Europe, die in Amsterdam stattfand, demonstrierten die Sicherheitsexperten Daniel Mende und Enno Rey von der Heidelberger Firma ERNW überraschend leicht umsetzbare Angriffe auf Protokolle und Techniken, die in Backbone-Netzen von Telekom- und Internet-Carriern zum Einsatz kommen. [...]

Für Personen mit Zugriff auf Backbone-Netze sei es jedenfalls überraschend einfach, das Border Gateway Protocol (BGP) sowie das Multiprotocol Label Switching (MPLS) unbemerkt zu manipulieren. Per MPLS-Eingriff soll sich beispielsweise der komplette Netzerkverkehr eines bestimmten Unternehmens auf fremde Server umleiten lassen – oder auch DNS- oder LDAP-Zugriffe. (Quelle: Heise.de)

Hört sich so an, als ob dann die NSA und andere Geheimdienste gar nicht mehr das erpresste Einverständnis der Telekommunikationsprovider brauchen, um Netzwerkverkehr umfassend abzuhören, zu kopieren und auszuwerten. Anscheinend reicht ein Maulwurf beim Provider mit entsprechenden Berechtigungen zum Zugriff auf bestimmte Software-Einstellungen im Telekommunikationsunternehmen.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Sichere Telekommunikation via De-Mail? Bei Vorratsdatenspeicherung, BKA-Gesetz, Terrorcamp-Gesetz? Wie soll man da Behörden als Bürger vertrauen?

No De-Mail (Ravenhorst)

Die Bundesregierung will mit "De-Mail" (Heise.de) also ein angeblich "sicheres" Email-System für die Bürger einführen, mit dem die Bürger verschlüsselt und geschützt unter anderem mit Behörden kommunizieren können sollen. Aber selbst der Bundesdatenschützer hat Bedenken, wie Heise.de berichtet:

Kritiker von De-Mail wie der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar befürchten, dass über ein Hintertürchen staatliche Dienste die vertraulichen Mails mitlesen könnten. (Quelle: Heise.de)

Kai Raven weist darüber hinaus auf einen möglichen, unschönen Hintergedanken hinter dem Vorhaben der Bundesregierung hin, den man nicht sofort - angesichts der sonstigen datenschutz- und bürgerrechtsfeindlichen Politik von SPD und Union - als verrückt abtun sollte: Dass das Vorhandensein eines solchen "sicheren" Regierungs-E-mail-Systems als Vorwand dienen könnte für die Regierung, freie, nicht staatlich kontrollierte Lösungen zum sicheren und anonymen Verschicken von E-mails (wie Tor, GnuPG etc.) zu verbieten. Das Schein-Argument der Regierung (auf das sicherlich viele unsere beknackten Medien "reinfallen" werden) könnte sein: Der Bürger bräuchte solche nicht kontrollierten, technischen Lösungen jenseits des DE-Mail-Systems dann ja nicht mehr. Denn jeder, der verschlüsselt kommunizieren wolle, könne dann ja das Regierungs-E-mail-System nutzen.

Zu hanebüchen?

Abwarten.

Was nicht strittig ist: Dass der Staat mit Hilfe des De-Mail-Systems die Möglichkeit bekommt auf elektronische (und somit leicht zu bearbeitende, leicht zu erhebende, leicht zu speichernde, leicht zu analysierende...) Weise Zugriff zu bekommen auf Dinge, die heute nur via guter alter Briefpost verschickt werden (z.B. Rechnungen, Behördenschreiben, Post mit dem Anwalt) und als Briefpost bei Rasterfahndungen personell wesentlich aufwendiger zu kontrollieren sind als elekronisch vorliegende Daten.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Studie: Softwarehersteller kümmern sich häufig nicht um Sicherheitslücken ihrer Software

Studie: Viele Sicherheitslücken bleiben ungepatcht (Heise.de)

Ausschnitt:

IBMs Sicherheitsdienstleister X-Force hat seinen Bericht über das Jahr 2008 vorgelegt und dabei einige interessante Details hervorgehoben. So habe es 2008 für 53 Prozent der im Laufe des Jahres bekannt gewordenen Lücken keine Patches gegeben. Auch bei den im Jahr 2007 veröffentlichten Lücken gebe es für 44 Prozent immer noch keine Updates. Laut X-Force schlössen einige Hersteller Lücken aus dem Vorjahr im neuen Jahr nicht mehr. Bei den Markführern sei dies indes besser: Unter den zehn führenden Herstellern verblieben nur 19 Prozent der Lücke ungepatcht. (Quelle: Heise.de)

Wobei es wohl nicht so sehr auf die Anzahl ankommt, sondern auch auf die Art einer Sicherheitslücke. Viele Sicherheitslücken, die nur unter ganz bestimmten Bedingungen tatsächlich für den Anwender zu einem Problem führen, sind eventuell weniger risikoreich als eine oder wenige Sicherheitslücken, die viele Anwender unter nicht-exotischen Bedingungen einem Risiko aussetzen.

Allerdings könnten staatliche Stellen, die gezielt einzelne Personen ausschnüffeln wollen, auch solche "exotischen" Sicherheitslücken für ihre Zwecke ausnutzen (Stichwort "Bundestrojaner"). Kriminelle, die es nur auf das Geld von Computernutzern abgesehen haben, interessieren sich wohl eher für diejenigen Sicherheitslücken, die unter weniger exotischen Randbedingungen, also mit einer größeren Wahrscheinlichkeit, bei vielen Computernutzern ausnutzbar sind.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Empfehlung: "Quarks & Co." über die Terror-Hysterie

Die Waffen der Terror-Fahnder (WDR-Sendung "Quarks & Co.")

Die Sendung gibt es auch in Kürze für einige Zeit als Videodatei zum Herunterladen auf dieser Webseite. Anscheinend gibt es nun auch zusätzlich alle Sendungen von "Quarks & Co." im Archiv als Videostream.

Die Sendung stellt in der gewohnt guten "Quarks & Co."-Qualität dar, wie nutzlos solche Dinge wie Vorratsdatenspeicherung oder die Begrenzung der Flüssigkeitsmitnahme an Flughäfen sind zur Verhinderung von Terrorattentaten, wie teuer oder gefährlich für die Privatsphäre sie jedoch auf der anderen Seite sind und wie wir die Terrorgefahr subjektiv als viel zu hoch einschätzen und dass unser Urteilsvermögen beim Einschätzen von Risiken oft versagt. Es wird gezeigt, dass bei vielen Antiterror-Maßnahmen das Kosten-Nutzen-Verhältnis überhaupt nicht stimmt.

Auch die Ungereimtheiten bei den offiziellen Verlautbarungen des Bundesinnenministeriums bezüglich jüngster Terror-Warnungen und die Blauäugigkeit der deutschen Medien, die oft unkritisch berichten, werden thematisiert.

Wiederholt wird die Sendung am Samstag, 16. Februar 2008, 10.25 - 11.10 Uhr.