Japan: Handy-Software soll illegalen Musiktausch unterbinden (Heise.de)
Die Musikindustrie (z.B. Sony) und japanische Handy-Hersteller (z.B. Sony) sollen sich darauf geeinigt haben, auf neuen Handys zwangsweise eine Software vorzuinstallieren, die das Abspielen von Musik auf dem Handy nur dann erlaubt, wenn bei jedem Musikstück zuvor das Handy eine Verbindung zu einem Server aufnimmt und abfragt, ob das Musikstück irgendwo in einem Online-Shop gekauft wurde. Stammt das Musikstück aus einer anderen Quelle, soll das Abspielen auf dem Handy nicht möglich sein.
Gibt es eigentlich für diese Art der Beraubung der Rechte des Kunden durch in Endprodukte fest eingebaute Überwachungshardware und Überwachungssoftware schon einen griffigen, kurzen Namen? Dieses Phänomen wird sich ja vermutlich auf immer mehr Endprodukte ausweiten.
Ich schlage hierfür den Begriff "gefesseltes Produkt" vor. Hat jemand einen besseren Vorschlag?
Gefesselte Produkte schränken hierbei nicht nur die Verbraucherrechte ein, sondern meist auch die Bürgerrechte. Auch Einschränkungen der Netzneutralität, also z.B. die Drosselung oder gar Sperrung bestimmter Internetinhalte durch Internet-Zugangsanbieter sind eine Form der Produkt-Fesselung.
Gefesselte Produkte schränken den Nutzer ein, ein Produkt seiner Bestimmung nach zu verwenden. Die Nutzungseinschränkung setzt dabei auf einer inhaltlichen Ebene an, nämlich auf einer inhaltlichen Kontrolle von Informationen, die mit dem gefesselten Produkt empfangen, verarbeitet oder weiterverbreitet werden können. So führen gefesselte Produkte automatisch immer auch zu einer Einschränkung der Bürgerrechte, insbesondere des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und der Rezipientenfreiheit.
Man könnte also kurz und bündig sagen: Handys, die das Abspielen von Tondateien nur erlauben, wenn diese aus einer bestimmten Quelle stammen, greifen die Demokratie an. Und wieder einmal ist es die Musikindustrie, die hier an vorderster Front der Demokratie-Gefährder steht.
Montag, 14. September 2009
Japan: Industrie will Tondateien auf Handys inhaltlich kontrollieren
Donnerstag, 13. August 2009
Smartphone "Palm Pre" verschickt Daten über Nutzer an Hersteller
Palm Pre telefoniert nach Hause (Heise.de)
Zitat:
Nach einer Analyse des amerikanischen Bloggers Joey Hess überträgt das Smartphone Palm Pre regelmäßig Daten an den Hersteller Palm. Dazu gehörten etwa die aktuellen GPS-Koordinaten, eine Liste abgestürzter Anwendungen sowie – besonders bemerkenswert – Namen und Nutzungsdauer der installierten Programme. (Quelle: Heise.de)
Übrigens, Ihre Wohnung ist nicht abgeschlossen, auch wenn sie abgeschlossen ist
Lockpicking and the Internet (Schneier.com)
Zitat:
Physical locks aren't very good. They keep the honest out, but any burglar worth his salt can pick the common door lock pretty quickly.
It used to be that most people didn't know this. Sure, we all watched television criminals and private detectives pick locks with an ease only found on television and thought it realistic, but somehow we still held onto the belief that our own locks kept us safe from intruders. (Quelle: Schneier.com)
Der Artikel enthält jede Menge Links zu Informationen darüber, wie leicht es ist, normale Türschlösser (aber auch unnormale, teure) zu öffnen - ohne Spuren zu hinterlassen. Das geht häufig in wenigen Minuten. Wer also sicher gehen will, dass während seiner Abwesenheit niemand in der Wohnung war, sollte entweder ausgeklügelte Videoüberwachung betreiben oder sonst irgendwie seine Wohnung so präparieren, dass heimlicher Besuch zumindest im Nachhinein nicht verborgen bleibt.
Dienstag, 4. August 2009
Die EU als antidemokratische, politische Dunkelkammer, wo beim Abendessen nebenbei die Bürgerrechte vom Tisch gefegt werden
Von wegen liberal: Mit einem SWIFT ist alles weg (Planet in Progress)
Zitat:
Und dann gibt es da noch einen vorverhandelten Punkt auf der Tagesordnung, dem die Minister ohne weitere Aussprache zustimmen. Schließlich scheint es nur um eine Kleinigkeit zu gehen: die Kooperation mit den USA in der Terrorbekämpfung, eine Formsache der Zeitgeschichte, wenn man so möchte. Einstimmig, nebenbei, nickten die Außenminister das Vorhaben ab: Die Europäische Union soll ein Abkommen schließen, das die Weitergabe von Bankdaten europäischer Bürger an die amerikanische Regierung erlaubt.
Die Außenminister erteilen auf diese Art ein Placet für einen Eingriff in Freiheitsrechte, der, würde er in den politischen Arenen der einzelnen Mitgliedsstaaten geplant, Wogen der Empörung auslösen würde. Was, anders gesagt, in Deutschland als Gesetz den Bundestag und eine geharnischte öffentliche Debatte passieren müsste, wird in Brüssel als Konferenzpunkt abgehakt. (Quelle: Blog.Zeit.de/Bittner-Blog)
Eigentlich möchte ich dazu nur sagen: Die EU ist eine ekelhafte Scheiße. Das träfe die Wahrheit zwar ziemlich genau, aber das wäre natürlich sittlich und politisch nicht korrekt und es wäre zu platt. Also lasse ich das. Und sage stattdessen: Die EU ist eine ekelhafte, große Scheiße. Ja, das trifft es doch wesentlich präziser. Und wer glaubt, nur die EU habe in den letzten 60 Jahren den Frieden in Europa ermöglicht oder Deutschlands Wirtschaft groß werden lassen, der wird von mir schlichtweg nicht ernst genommen. Also liebe ZDF-Leute vom ZDF-Morgenmagazin: Einfach Schnauze halten. Danke.
Ach ja, der gute Artikel von Jochen Bittner erläutert auch noch einmal genau, wie die USA die Daten des Bankdienstleisters SWIFT wunderbar zu einer umfassenden, weltweiten Wirtschaftsspionage nutzen (könnten).
Und zur Terrorabwehr dienen die SWIFT-Daten natürlich kaum. Aber das sollte inzwischen bereits jeder kreuzdämliche Bild-"Leser" wissen, dass Terrorabwehr der Weihnachtsmann der "Sicherheits"-Politiker ist.
Und Swift selbst gehört, nach allem was man weiß, kaum zu den bevorzugten Geldtransfermethoden von Islamisten. Sie bedienen sich vielmehr oftmals dem jahrhundertealten so genannten "Hawala"-System, auch bekannt als Underground Banking. (Quelle: Blog.Zeit.de/Bittner-Blog)
Samstag, 18. Juli 2009
Die Entmündigung und Überwachung des Kunden: Amazons "Kindle" und das "iPhone" von Apple
Amazon löscht gekaufte Kindle-eBooks (Heise.de)
Amazon überträgt nicht nur elektronische Bücher auf die "Kindle" genannten elektronischen Lesegeräte der Kunden, nein, Amazon kann im Handumdrehen die Bücher auf den Kindles wieder löschen, wenn sie Amazon nicht passen. Ähnliches ist beim iPhone möglich, bei dem Apple jederzeit die auf den iPhones installierte Software löschen kann.
Kindle und iPhone sind zwei Vertreter einer neuen Klasse von IT-Hardware: Der Kunde bezahlt für diese elektronischen Dinger einen Haufen Geld, aber der Hersteller kann technisch jederzeit zugreifen auf den Besitz des Kunden und diesen Besitz manipulieren oder zerstören. Derartiges ist erst seit kurzer Zeit technisch überhaupt möglich - und nichtsdestotrotz passiert es mittlerweile schon.
Wir stehen derzeit an einer Art Scheideweg der technologischen Entwicklung: Wenn sich solche Angebote wie der Kindle oder das dämliche iPhone mehr und mehr als Modell durchsetzen, beispielsweise auch bei der Herstellung von Notebooks, Desktop-PCs, Fernsehern, Blue-Ray-Playern, Radios und so weiter, dann eröffnen sich auch staatlichen Überwachern noch einmal ganz neue Möglichkeiten - ähnlich wie bei den Handys schon heute.
Verdacht: Kalifornische Firma baut Hintertüren in Smartphones, um Regierungen weltweit das Schnüffeln zu ermöglichen
Performance-Patch für den Blackberry entpuppt sich als Schnüffelware (Heise.de)
Zitat:
Etisalat, früher staatliches Unternehmen und jetzt führender Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, verteilte in der vergangenen Woche einen Patch an rund 100 000 seiner Kunden, die einen Blackberry einsetzen. [...]
Der in Doha tätige Programmierer Nigel Gourlay analysierte das Programm. Ihm zufolge könnte der Provider damit sämtliche E-Mails mitschneiden, die über das Gerät verschickt werden. Anders als bei Telefonaten und SMS hat der Provider normalerweise keinen Zugriff auf mit dem Blackberry verfasste oder gelesene E-Mails, da deren Transport verschlüsselt über externe Server läuft. (Quelle: Heise.de)
Soviel zur vermeintlichen Sicherheit des Blackberry. Ein Smartphone ist für die Anwender eben nichts weiter als eine Blackbox. Die Nutzer meinen sicher zu kommunizieren und in Wirklichkeit kommunizieren sie gerade mit dem Geheimdienst.
Spätere Generationen werden sich kaputt lachen über unsere heutige, vertrauensselige Naivität gegenüber der Technik. Hoffentlich lachen sie sich nur kaputt und verfluchen uns nicht.
Mein Verdacht ist, dass Hersteller von Hardware und proprietärer Software alle umfangreich zusammenarbeiten mit allen möglichen Geheimdiensten. Es reicht vermutlich schon, als kleine Firma irgendeine proprietäre Software, beispielsweise eine Datenbanksoftware, herzustellen und noch bevor das Produkt auf dem Markt ist, wird sich der örtliche Geheimdienst bei der Firma oder bestimmten Mitarbeitern melden, um einen Zugang zur Software via Hintertür zu bekommen...
Freitag, 10. Juli 2009
Linux in Frankreich evtl. bald illegal: Gesetz kriminalisiert Internetnutzer, die andere mitsurfen lassen - Einsatz von Linux deshalb "fahrlässig"
F: Offene Netzverbindung soll strafbar werden (Futurezone.ORF.at)
Die Repressionen gegen Bürgerrechte werden immer härter. England und Frankreich sind dabei derzeit in Europa die Vorreiter. Wir leben in einer spannenden Zeit des Umbruchs weg vom freiheitlichen Rechtsstaat, hin zu einem polizeistaatlichen Sicherheitsstaat - und die Bürger begrüßen diese Entwicklungen anscheinend weiterhin mehrheitlich. Vermutlich, weil der Mehrheit der Bevölkerung, einschließlich der gebildeten Schichten, einfach der technische Sachverstand fehlt, um die Auswirkungen von solchen Gesetzen wie Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren auf Demokratie und Freiheit auch nur ansatzweise zu verstehen. Hinzu kommt eine korrupte Clique aus Medien- und Verlagshäusern, die diese Entwicklung nicht kritisiert, sondern sogar begrüßt, weil sie meint, die Repressionen könnten eventuell auch ihre Urheberrechte-Verwertungs-Geschäftsmodelle schützen.
Ich gebe den westlichen Demokratien noch maximal 10 Jahre. Wenn in dieser Zeit nicht massive Anstrengungen unternommen werden, um die Bürgerrechte im neuen Total-Medium namens Internet effektiv zu schützen, blüht uns allen mit all den neuen technischen Möglichkeiten (auch jenen jenseits des Internets) der absolute, totale Polizei- und Überwachungsstaat - weil es hierbei nicht auf die Moralität einzelner Politiker oder Beamten ankommt, sondern weil eine kontrollmächtige Exekutive automatisch und zwangsläufig und systembedingt immer unkontrollierbarer wird und unaufhaltsam zu immer größerem Machtmissbrauch führen wird.
Der zukünftige Polizei- und Überwachungsstaat wäre jedoch dank der neuen Technologien kaum mehr durch irgendeine Bürgergewalt (ob zivil oder gewalttätig) wieder abzuschaffen.
Ich bin zunehmend froh, keine Kinder zu haben.
Zitat:
In der französischen Nationalversammlung war bereits über den Einsatz einer staatlichen "Sicherheitssoftware" debattiert werden. "Liberation" zitiert Thiolliere: "Wer diese Software einsetzt, wird abgesichert sein." Umkehrschluss: Wer das nicht tut, ist Freiwild für die Piratenjäger von Medienindustrie und HADOPI. Die Software soll, so "Liberation", kostenpflichtig und proprietär sein und mit einem zentralen Server kommunizieren. Die grüne Senatorin Marie-Christine Blandin warnte: "Als Nächstes wird es als 'Vernachlässigung' gelten, Linux einzusetzen." (Quelle: Futurezone.ORF.at)
Das Ende des freien Internets ist längst da und heißt Deep Packet Inspection: Viele Provider analysieren bereits die Datenströme ihrer Kunden
Deep Packet Inspection: Die Nase tief im Netz (Futurezone.ORF.at)
Ein leicht verständlicher Artikel über die technischen Hintergründe und Gefahren des Deep Packet Inspection.
Zitat:
Diese Netzwerküberwachungstechnik lässt tief in den Datenstrom blicken. Sie kann für das Netzwerkmanagement nützlich sein, aber auch Zensur und gezielte Benachteiligung von Diensten im Netz ermöglichen. Das bedeute eine Gefahr für die Netzneutralität, erklärt Politologe Ralf Bendrath im Gespräch mit ORF.at. [...]
"Dass man in die Datenpakete in Echtzeit hineinsieht und anhand der Inhalte Entscheidungen trifft, das gibt es erst seit zwei bis drei Jahren", so Bendrath. [...]
Mittlerweile gebe es Prozessoren, die mit extrem hoher Geschwindigkeit den Internet-Verkehr mitlesen können. "Das geht bis zu 80 GB pro Sekunde, das wären 40.000 Menschen, die eine 20-MB-Leitung zu Hause haben und diese voll ausreizen", so Benrath. [...]
Mit DPI ließen sich auch Websites sperren. So betonen Kritiker in Deutschland, dass die DNS-basierten Sperren für Kinderpornosites leicht zu umgehen seien. "Auf Basis von DPI-Auswertungen lassen sich einzelne Websites blockieren, egal über welchen DNS-Server sie aufgerufen werden", so Bendrath. (Quelle: Futurezone.ORF.at)
Deep Packet Inspection wird von vielen Providern bereits angewendet, vor allem von Mobilfunkprovidern (UMTS) und beispielsweise von Kabel Deutschland.
Reguliert ist der Einsatz der Überwachungstechnologie und der damit verbundenen diskriminierenden Methoden in Europa noch nicht. Und die Regierungen werden sich auch hüten, dies zu regulieren. Denn dann würde man ja beispielsweise auch den Geheimdiensten eine wertvolle All-Zweck-Überwachungstechnologie der Bevölkerung aus den Händen nehmen.
Ganz abgesehen von dem ganzen Problemfeld der "Netzneutralität" oder den umfangreichen Zensurmöglichkeiten, die Deep Packet Inspection möglich macht, muss man also wohl auch davon ausgehen, dass jeder Klick den man im Internet tut, längst im Zweifelsfall in Echtzeit vom eigenen Internetprovider aufgezeichnet, analysiert und gespeichert wird. Zumindest in Teilen und Stichproben werden Provider dies inzwischen sicherlich machen und diese Daten auf einem grauen Markt vermutlich auch längst zu Geld machen.
Mittwoch, 1. Juli 2009
Berichterstattung über Honduras: Welt.de will kein seriöses Medium mehr sein und erzählt Märchen
Das Märchen vom Staatsstreich in Honduras (Welt.de)
Es erstaunt mich immer wieder, wie Teile der deutschen Medien, allen voran der Springer-Verlag, ihre angeblich so geschätzte Kundschaft und Leserschaft nach Strich und Faden bescheißt und belügt, nur um politische Bewegungen am anderen Ende der Welt, in diesem Fall in Südamerika, in einem schlechten Licht darstellen zu können. Das erinnert an die Zeiten des kalten Krieges. Warum kann man in den deutschen Medien immer wieder beobachten, dass wegen eines Hugo Chávez jede journalistische Sorgfalt beiseite gelegt wird und dem Leser nachweislich und völlig offensichtlich Unwahrheiten aufgetischt werden? Und das noch nicht einmal unter dem Label "Kommentar" oder "Analyse", sondern mitten im Nachrichtenteil. Faszinierend. Entweder der Zeitung "Die Welt" ist ihr Ruf völlig schnurzpiepegal, oder die Verlagseigentümer von Springer sind finanziell irgendwie heftig verwoben mit Teilen der reichen Gesellschaftsschicht in Süd- und Mittelamerika oder aber der Springer-Verlag ist weiterhin ein dermaßen ideologisch aufgeladenes Kampfmedium, das einem im Vergleich dazu das Neue Deutschland als ein harmloses, unpolitisches Blättchen erscheinen muss.
Freitag, 26. Juni 2009
Dubai Schmubai
Bad Cover Versions (Stefan-Niggemeier.de)
Stefan Niggemeier verweist auf zwei interessante Artikel über die dunklen Seiten Dubais, eines langweiligen Wüsten-Staates mit Scharia-Gesetzgebung, der jedoch in den letzten Jahren massiv Geld investiert hat, um sich als fortschrittlich, modern und für Touristen attraktiv darzustellen. Die beiden Artikel wären eigentlich nichts Besonderes, wenn es in den letzten Jahren nicht diesen völlig unkritischen Medien-Hype rund um Dubai gegeben hätte.
Mittwoch, 24. Juni 2009
Warum Netzneutralität so wichtig ist
Netzneutralität - Über Bauprinzipien von Kommunikationsnetzen (Netzpolitik.org)
Ausführlicher Artikel, der erklärt, was "Netzneutralität" ist und warum sie so enorm wichtig ist für die Gesellschaft und warum die Wirtschaft häufig gegen Netzneutralität ist.
Montag, 8. Juni 2009
Neue Datenschutz-Katastrophe für die Deutsche Telekom? Hacker behaupten, sie hätten alle Daten (alle) der US-T-Mobile-Tochter klauen können
Hackers claim T-Mobile scalp (The Register)
Zitat:
Hackers claim to have stolen all T-Mobile US's corporate data, customer accounts, network infrastructure - the whole lot.
According to emails from "pwnmobile": "We have everything, their databases, confidental documents, scripts and programs from their servers, financial documents up to 2009." (Quelle: TheRegister.co.uk)
Da die Telekom das angebliche Opfer des eventuell größten Hacks aller Zeiten ist, erscheinen die Aussagen der Hacker zunächst einmal als glaubwürdig, denn der Deutschen Telekom muss man jedes Ausmaß von Inkompetenz zutrauen. Vor allem beim Thema "Datenschutz". Das lehrt bekanntlich die jüngste Erfahrung in Deutschland.
Montag, 18. Mai 2009
Verheugen: "Deutschland war Weltmeister in riskanten Bankgeschäften"
EU-Kommissar Verheugen: "Weltmeister in riskanten Bankgeschäften" (Süddeutsche Zeitung)
Verheugen kritisiert die typisch deutsche, also schlampige Finanzaufsicht und gibt ihr eine Mitschuld, warum die Banken hierzulande so massiv wie nirgends sonst auf der Welt Schrottpapiere gekauft haben. Außerdem fordert er den Mindestlohn und mehr Plebiszite auf EU-Ebene.
Zitat:
Deutschland war Weltmeister in riskanten Bankgeschäften. Nirgendwo auf der Welt, auch nicht in Amerika, haben sich Banken mit größerer Bereitschaft in unkalkulierbare Risiken gestürzt, allen voran die Landesbanken. Das hat jetzt dramatische Folgen für den deutschen Steuerzahler. (Quelle: Sueddeutsche.de)
Stattdessen will die CSU jedoch bekanntlich die Bankenaufsicht noch weniger kontrollieren lassen - beispielsweise durch die weitere Beschränkung von Auskunftsersuchen von Bürgern nach dem Informationsfreiheitsgesetz.
Samstag, 16. Mai 2009
Neue Dimension in Telekom-Spitzelaffäre: Telekom soll Verbindungsdaten von Kunden auch an Lufthansa weitergegeben haben
Telekom-Affäre: Zumwinkel und Ricke frühzeitig über Spitzeleien informiert (Spiegel.de)
Zumwinkel und Ricke sollen bereits im Herbst 2005 von der Verwendung und Auswertung von Verbindungsdaten von Telekom-Kunden zur Bespitzelung gewusst haben.
In der Spiegel.de-Meldung steckt aber noch eine kleine Information, die die Telekom-Affäre noch einmal in eine gänzlich neue Dimension des Datenmissbrauchs katapultiert:
Zitat:
Außerdem soll die Telekom im Jahr 2000 auch Verbindungsdaten an die Lufthansa geliefert haben, mit denen ein Kontakt zwischen einem Aufsichtsrat der Fluggesellschaft und einem Journalisten belegt werden sollte. (Quelle: Spiegel.de)
Die Telekom könnte also die ihr anvertrauten, empfindlichen Verbindungsdaten ihrer zahlenden Kundschaft auch an andere Unternehmen weitergegeben haben. Wohlgemerkt: Nicht einfach nur Adressdaten von Kunden, sondern Daten über intimste Bereiche des Lebens der Telekomkunden, nämlich wann Kunden mit wem wie lange und wie oft und eventuell sogar von wo aus telefoniert haben.
Nachtrag: Die Lufthansa dementiert entschieden, Daten von der Telekom angefordert oder erhalten zu haben: Lufthansa dementiert Daten-Deal mit Telekom (Heise.de)
Bleibt die Frage, woher die Idee kommt, die Telekom habe doch Verbindungsdaten von Telekom-Kunden an die Lufthansa geliefert. Hat da jemand einfach halluziniert? Unwahrscheinlich.
Donnerstag, 7. Mai 2009
Kein Deut mehr Datenschutz: Auf SPD und Union ist Verlass
Regierung verabreicht Datenschutz-Placebo (Zeit.de)
Zitat:
Die Gesetzesnovelle zum Datenschutz galt als ein Gewinn für die Verbraucher. Aber inzwischen hat die Regierung alle Fortschritte wieder herausgestrichen [...]
Auch ihr größter Fortschritt, die Forderung, vor einem Verkauf von Daten müssten die eigentlichen Besitzer nicht nur informiert, sondern gefragt werden, stirbt gerade. (Quelle: Zeit.de)
Auf nichts ist derzeit mehr Verlass als darauf, dass SPD und Union die Bürger verarschen.
Freitag, 17. April 2009
Reizthema Lateinamerika: Wenn deutschsprachige Journalisten zu Propaganda-Heinis werden
Boliviens Präsident tischt Räubergeschichte auf (Neue Zürcher Zeitung)
Ich finde es immer wieder spannend zu beobachten, wie sogenannte "Qualitätsmedien" plötzlich und unerwartet bei der normalen Berichterstattung in einen seltsamen Propaganda-Stil wechseln. Gut zu beobachten ist dieses Phänomen regelmäßig bei eher konservativen Medien sobald sie über Lateinamerika berichten. Der oben verlinkte Artikel bei NZZ.ch ist mal wieder solch ein Negativ-Beispiel.
Eine andere Sichtweise über die Hintergründe des berichteten Geschehens erfährt man beispielsweise mal wieder bei Amerika21.de: Terror in Bolivien: Verhaftungen nach Anschlag auf Kardinal in Santa Cruz
Auch wenn man als normaler Medienkonsument in Deutschland nicht abschätzen kann, ob es tatsächlich eine Terrorgruppe in Bolivien gibt, so muss man schlicht und einfach festhalten, dass Amerika21.de mal wieder das vollständigere Bild zu zeigen scheint, einfach, weil viel mehr Details berichtet werden und man sich von Wertungen wie beim von der NZZ verwendeten Wort "Räubergeschichte" zurückhält.
Welche Pferde gehen da regelmäßig mit Journalisten in bestimmten Redaktionen (unter anderem auch der ARD-Tagesschau-Redaktion) durch, wenn sie über Lateinamerika berichten? Was an dem Thema Lateinamerika reizt manche Journalisten offenbar bis zur Weißglut, dass sie alle Maßstäbe journalistischer Sorgfalt ablegen und wilde Gerüchte als Nachricht verbreiten?
Dienstag, 31. März 2009
Warnung vor "Kabel Deutschland": Kundendaten wurden an unseriöse Subunternehmen weitergegeben
Zeitung: Datenskandal bei Kabel Deutschland (Heise.de)
Zitat:
Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat nach Informationen der WirtschaftsWoche für eine aggressive Telefonakquise in den vergangenen Monaten auch dubiose Callcenter mit Kundendaten versorgt, die nun illegal in Deutschland und im Ausland kursieren sollen. (Quelle: Heise.de)
Mittwoch, 18. März 2009
Große Koalition scheitert beim Schutz von Whistleblowern in Deutschland; Fortschritt nur bei Kontrolle der Geheimdienste
Koalition streitet weiter über Informantenschutz (Heise.de)
Die große Koalition schafft es nicht, Whistleblower besser gesetzlich zu schützen. Ausnahme: Geheimdienstmitarbeiter sollen sich jetzt ohne Umweg über ihre Vorgesetzten direkt an das Parlamentarische Kontrollgremium wenden dürfen.
Donnerstag, 12. März 2009
Google startet Behavioral Targeting
"Schnüffel-Werbung" überall: Gefangen in Googles Werbenetz (Taz.de)
Auf vielen Webseiten befinden sich von Google eingeblendete kleine Werbeflächen. Wohlgemerkt nicht Werbung für Google, sondern Werbung von Google. Google erfasst so mittels der Auslieferung der Werbebanner auf Millionen von unterschiedlichen Webseiten, welche Webseiten man als Surfer alles ansurft, selbst wenn man niemals Google.de oder Google.com ansurft. Google speichert die so gewonnenen IP-Adressen der Leute, die Webseiten mit Google-Werbebannern besuchen, lange Zeit und versucht Surfprofile herauszudestillieren, um die Internetsurfer ganz bewusst zu überwachen (zu tracken) und ihr Surfverhalten zu protokollieren.
Man kann sich gegen diese Überwachung nur wehren, indem man entweder Anonymisierungsdienste nutzt, die jedoch häufig das Surfen insgesamt sehr viel langsamer machen, oder man wendet ein paar kleine Tricks an, die es zumindest Google erschweren, das eigene Surfverhalten über eine längere Zeit hinaus zu protokollieren:
- Nach jedem Ausflug ins Internet sollte man die Cookies in seinem Browser löschen.
- Javascript sollte standardmäßig deaktiviert sein.
- Surft man nicht mittels eines großen Internetproviders im Internet, bei dem man bei jedem Ausflug ins Internet automatisch eine neue IP-Adresse bekommt, sollte man zudem auch Werbebbannerblockierer einsetzen. Besonders also, wenn man eine statische IP-Adresse hat oder man hinter einem Proxy sitzt, der nach Außen hin immer mit der gleichen IP-Adresse auftritt und den nur wenige Menschen nutzen.
- Nutzt man immer wiederkehrend und während längerer Zeit (zum Beispiel "im Hintergrund") bei einem Ausflug ins Internet Dienste und Internetangebote, bei denen man Javascript aktiviert haben muss, sollte man für diese Internetseiten einen anderen Browser nutzen als fürs normale Surfen im Internet. Beispielsweise für Twitter oder das eigene Weblog oder eBay Firefox und zum normalen Surfen Opera oder umgekehrt. In dem einen Browser ist Javascript dann aktiviert, in dem anderen deaktiviert.
Mineralwasser mit Hormonen belastet; Plastikverpackungen im Verdacht
Hormone im Mineralwasser entdeckt (Frankfurter Rundschau)
Zitat:
Das beliebteste Getränk der Deutschen sei den Forschungsergebnissen zufolge mit Hormonen belastet, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln, teilte die Goethe-Universität am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Noch sei jedoch nicht klar, ob davon eine Gesundheitsgefährdung ausgehe. [...]
"Allerdings mussten wir feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist." (Quelle: FR-Online.de)
Leitungswasser (abgekocht) + Bio-Grüntee. Mehr braucht der Mensch nicht.
