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Dienstag, 9. Juni 2009

Selbst Welt.de-Kommentator sieht Computerspielverbot und Kinderpornosperren als populistischen Aktionismus

Kommentar: Politiker nutzen Killerspiele als Waffe im Wahlkampf (Welt.de)

Zitat:

Was also soll die Minister-Forderung nach einem "Killerspiel"-Verbot? Es reiht sich ein in vergleichbare Leerlaufhandlungen, zu denen Politiker der großen Koalition schon seit Monaten im Vorfeld der Bundestagswahl im September greifen wie Ertrinkende nach dem Strohhalm. Ob Ursula von der Leyens de facto unwirksame, dafür aber hochgradig grundrechts-schädliche Kinderpornosperre im Internet oder das Farbkugel-Schießverbot der Sicherheits-"Experten" Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz – sie wissen nicht, was sie tun, deshalb machen sie irgendetwas, damit keiner sagt, sie hätten nichts getan. Selten hat man eine peinlichere Aufführung deutscher Innenpolitik erlebt als im Zusammenhang mit den Ersatzhandlungen, zu denen sich jetzt Minister angesichts der viele verunsichernden neuen Medienwelt hinreißen lassen. (Quelle: Welt.de)

Guck an, selbst Kommentatoren bei Welt.de verteidigen nicht mehr den populistischen Aktionismus von SPD und Union.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Hexenjagd gegen "Killerspiele" geht weiter: CDU verhindert Computerspieletreffen auch in Karlsruhe

Wegen "Killerspiele"-Vorwurf: Computerspiel-Contest abgesagt (Taz.de)

Zitat:

In Karlsruhe sollte ein Wettbewerb unter PC-Spielern stattfinden - unter anderem mit Ego-Shootern. Die Stadt wehrte sich vehement, auch wegen Winnenden. Die Spieler fühlen sich als Populismus-Opfer. (Quelle: Taz.de)

Das ist schlicht die moderne Variante der Hexenjagd, die die Union bei diesem Thema betreibt. Das dumme CDU-Wahlvolk wird's nicht merken. Die merken ja eh kaum was.

Sonntag, 10. Mai 2009

Paintball-Verbot, Pseudo-Kinderschutz, unkontrollierte Internetzensur: Wie der Staat Grenzen überschreitet und selbst zu einem Problem wird

(Via FixMBR.de) Verbotspolitik: Peng, du bist tot! (Tagesspiegel.de)

Sehr guter Kommentar zur grotesken, gefährlichen Politik-Gaukelei von SPD und Union.

Zitat:

Es ist lächerlich, als Konsequenz aus Winnenden ein nur für Erwachsene erlaubtes Spiel wie Paintball zu verbieten - aber auch bedrohlich. Der Staat betritt mit Gewalt eine Welt, in der er nichts zu suchen hat. (Quelle: Tagesspiegel.de)

Es ist seltsam, dass ansonsten nur wenige Kommentatoren merken, wie mit dem Paintball-Verbot der Staat Grenzen überschreitet. Wie er sich zu einer Instanz aufschwingt, die erwachsenen Bürgern Tätigkeiten verbieten will, die niemandem schaden, jedoch (vermutlich vor allem in den Augen von Rentnern, der Hauptzielgruppe von SPD und Union) als irgendwie befremdlich wahrgenommen werden.

Sind schon Lehrfilme im Staatsfernsehen und Ausstellungen in Museen in Planung, die das Volk unterrichten sollen, welche Sportarten als entartet zu gelten haben?

Donnerstag, 7. Mai 2009

Spielen verboten

Waffenrecht: Berlin will "Paintball" verbieten (Frankfurter Rundschau)

Zitat:

Demnach sollen Spiele wie Paintball und Laserdom künftig verboten und Verstöße mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro belegt werden. Bei Paintball, auch Gotcha genannt, machen die Spieler mit Farbkügelchen, bei Laserdom [gemeint ist wohl Laserdrom, Anmerkg. von mir, Solon] mit Laserpistolen Jagd aufeinander.

"Dabei wird das Töten simuliert", begründete der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) das geplante Verbot in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". (Quelle: FR-Online.de)

Gut, dass Bosbach nicht weiß, was ich des Nachts so alles in meinen Träumen simuliere...

Was werden diese komplett irren Politiker von SPD und Union jedoch nach dem sicherlich irgendwann trotz der neuen Verbote kommenden nächsten Amoklauf verbieten? Reale Waffen wollen sie ja nicht verbieten. Was bleibt da also noch übrig? Wasserpistolen? Böller? Juckpulver? Ah, ich weiß es: Furzkissen (simulierte Umweltverschmutzung).

Infos zu Laserdrom.
Infos zu Paintball.

Samstag, 20. Dezember 2008

Medienwirkungsforschung wird in Medien nicht sauber dargestellt

Der Bekannteste scheint nicht immer der Beste (NZZ.ch)

Was in den Medien über die Wirkung von Gewalt in Medien und Computerspielen debattiert wird, stellt nicht den Stand der Forschung dar. Dies hat eine von der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Studie herausgefunden.

Für Experten ist dieser Befund nicht wirklich überraschend. Ich sage Freunden und Bekannten schon lange, sie sollten alles ignorieren, was in den populären Medien über psychologische Themen berichtet wird. Es ist meistens der größte Humbug. Vermutlich geht es Wissenschaftlern in anderen Fachbereichen ähnlich.

Ausschnitt:

in der öffentlichen Debatte, so ein Forschungsergebnis, kommen ganz andere Autoren zu Wort als in der wissenschaftlichen Debatte. Um die Deutungshoheit über Gewaltdarstellungen in den Medien tobt gelegentlich eine mediale Schlacht zwischen unversöhnlichen Fronten. [...]

Befragt werden fast immer die gleichen Experten. Und das sind, so die Autoren, selten diejenigen, die in ihren Fachdisziplinen die höchste Reputation besitzen. Vom Laienpublikum würden am ehesten die Argumente akzeptiert, die am stärksten polarisieren. Selbst Journalisten neigten dazu, komplexe Befunde als unsichere Ergebnisse zu interpretieren. Deshalb kämen in der Öffentlichkeit immer diejenigen zu Wort, die sich auf die Medienlogik einliessen und klare Aussagen machten. (Quelle: NZZ.ch)

Radikale Computerspielgegner veröffentlichen politisches Pamphlet

Radikale Spielegegner wollen Anerkennung als Kulturgut verhindern (Heise.de)

Ein seltsamer Aufruf einer kleinen Sippe von randständigen Medienwissenschaftlern, die radikalen Theorien zur Medienwirkung anhängen, die von der großen Mehrheit der Wissenschaftler nicht geteilt werden.

Die Leute um Manfred Spitzer und den einschlägig bekannten Kriminologen Pfeiffer wollen auch Erwachsenen die Nutzung von gewalthaltigen Computerspielen verbieten. Und das aufgrund einer - höflich ausgedrückt - gewagten neurologischen Theorie von Manfred Spitzer.

Auf Grundlage der Spitzerschen Theorie müsste man noch viel, viel mehr Medien intensiver zensieren - und umgekehrt Menschen am besten in wöchentliche Erziehungslager stecken, in denen sie nur positiven Reizen ausgesetzt werden. Denn nach Spitzer ist das menschliche Verhalten völlig abhängig von den Reizen in der Umwelt. So etwas wie Interpretation und eine höhere Reizverarbeitung findet laut Spitzer nicht statt oder sei letztlich irrelevant. Stattdessen gäbe es einen völligen Automatismus zwischen Reiz und Verhalten. Es ist letztlich der alte Behaviorismus in einer selbst vor 60 Jahren nicht dagewesenen Schärfe und Eindimensionalität.

Samstag, 19. Januar 2008

EU-Parlament will gefiltertes, kindergerechtes Internet - Droht umfassende Zensur?

EU-Parlament fordert schärferes Vorgehen gegen Kinderpornographie (Heise.de)

Ausschnitt:

Das EU-Parlament hat am Mittwoch mit großer Mehrheit einen umfassenden Bericht angenommen, der für [...] den Einsatz von Internetfiltern im Kampf gegen Kinderpornographie plädiert. [...] Die Abgeordneten regen zum Schutz der Kinderrechte die Schaffung eines "verhältnismäßigen", auf Dialog basierenden Regelungssystems an. Dieses soll für Provider, Netzbetreiber, Medien und andere Industriepartner gelten. Anvisiert wird dabei die Verhinderung beziehungsweise sogar das Verbot der Übertragung kindergefährdender Bilder und Inhalte. Dabei geht es nicht mehr nur um Kinderporno, sondern etwa auch um Video- und Computerspiele "mit gewalttätigem Inhalt". Zur Begründung heißt es, dass derlei Angebote "zur Gewalt und zum Sexismus anstiften und deshalb für die psychische und physische Entwicklung des Kindes schädlich sein können". (Quelle: Heise.de)

Mittwoch, 28. November 2007

Wie ARD, ZDF und WDR die Zuschauer verarschen bei Berichterstattung rund um "Killerspiele"

(Via Pantoffelpunk) Wie ARD, ZDF und WDR ihre Zuschauer ganz bewusst und umfassend belügen und betrügen und verarschen bei der Berichterstattung rund um sogenannte "Killerspiele": YouTube - Killerspiele in ARD, ZDF und WDR (Youtube.com)

Anmerkungen des Autors zu seinem Video:

Zusammenfassung von Fehlern in der Berichterstattung über "Killerspiele" von hartaberfair, Frontal21, Kontraste und Panorama.
Mehr auf: www.stigma-videospiele.de [...]

Zwei Anmerkungen:

1. Den Comments nach haben einige das Video so verstanden, dass hartaberfair das Battlefield-Video eingeblendet hat. Die Einblendung stammt von mir, da die Beschreibung von Herrn Pfeiffer mehr auf BF als auf WoW passt. Ich dachte, dass ich durch das "Ops" klar gemacht hätte, dass ich "ausversehen" das falsche Video zur Beschreibung eingeblendet hätte. Auch fehlen bei der Einblendung WDR-Logo und hartaberfair-Schriftzug.

2. Meine Aussage bezüglich der Hirnverkümmerung durch Videospiele ist etwas zu verkürzt. Es hätte heißen sollen "Es gibt keine Beweise für - solche - dauerhaften Auswirkungen von Computerspielen." (Quelle: YouTube.com)